Dienstag, 29. März 2016

Erster Ostermarsch in Lübeck seit zwölf Jahren

Zweihundertfünfzig Lübeckerinnen und Lübecker setzten Ostersamstag ein Zeichen gegen deutsche Kriegsbeteiligungen und für den Frieden.

Zwölf Jahre lang war die Friedensbewegung in der Hansestadt nicht mehr sichtbar aufgetreten, da alle Beteiligten sich jedes Jahr Ende März in einem anderen Bündnis zusammenfanden, welches sehr viele Kräfte band: Das Bündnis „Wir können sie stoppen!“ welches den alljährlichen Hetzmarsch von Faschisten in der Stadt verhindern sollte. 

2013 gelang es diesem Bündnis erstmalig diesen braunen Spuk wirklich zu verhindern, und nachdem sich 2014 und 2015 gezeigt hatte, dass dieses Ergebnis nachhaltig geblieben war, begannen bereits im vergangenen Jahr die ersten Bemühungen zur Wiederbelebung des traditionellen Ostermarsches in der Stadt.

Auf Initiative der örtlichen Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN-BdA), der Deutschen Friedensgesellschaft (DFG-VK) und der DKP wurde ein breites Bündnis geschaffen, welches schlussendlich verschiedene sozialen Vereine, Gewerkschaften, Parteien und regional namhafte Privatpersonen umfasste um die Tradition des Ostermarsches 2016 auch in Lübeck wieder aufleben zu lassen. Alle Beteiligten waren sich anlässlich der vielfältigen deutschen Kriegsbeteiligungen einig, dass dies dringend geboten war.

Am vergangenen Ostersamstag fanden sich nun 250 Lübeckerinnen und Lübecker in der historischen Altstadt zusammen um unter dem Motto „Nein zum Krieg! Deutsche Politik dem Frieden verpflichten! Abrüstung statt Sozialabbau!“ ein klares Bekenntnis für Abrüstung, Rüstungskonversion, zivilen Konfliktlösungen, Kooperation statt Konfrontation mit Russland und zum Verbot von Atomwaffen zu setzen.
Dass dies nicht ohne Solidarität mit allen Geflüchteten und einem klaren Bekenntnis zum Grundrecht auf Asyl sowie der Forderung nach UMfairTEILUNG in der Welt und einer gerechten Wirtschaftsordnung möglich sei wurde von allen Teilnehmern beim Marsch um das historische Holstentor lautstark betont.

DKP- und SDAJ-Mitglieder aus Lübeck, Ostholstein, Stormarn und dem Lauenburgischen setzen mit einem Infostand in der Fußgängerzone und mit einem eigenen Block während des Marsches ein deutliches Zeichen. Hierbei wurden 200 UZ sowie nochmals 200 Exemplare der eigenen Lokalzeitung „Störtebeker Briefe“ verteilt. Für eine besonders freudige Überraschung sorgten dabei der DKP-Parteivorsitzende Patrik Köbele und seine Frau Jutta, welche über Ostern im Urlaub an der Ostseeküste weilten, mit ihrer unangekündigten Teilnahme am Lübecker Ostermarsch.

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